Fendt - Tiefbauschlepper / Baggerlader / Rangierschlepper

1968:

 

Im Jahre 1968 wurde von Fendt bzw. der KMF der erste Spezial-Tiefbauschlepper vorgestellt.

 

Bei dem Fahrzeug handelte es sich eigentlich um einen Farmer 4S, welcher durch diverse Um- und Anbauten für spezielle Einsätze im Baugewerbe gerüstet wurde.

 

Der verbaute Baas - Frontlader verfügte bereits über hydraulische Gerätebetätigung für präzise Erd- und Ladearbeiten. Des weiteren wurde über die Dreipunkthydraulik im Heck des Schleppers ein Anbaubagger ergänzt, welcher ausgerüstet mit diversen Löffeln, entsprechend unterschiedliche Baggerarbeiten verrichten konnte.

 

Der Anbaubagger dürfte wie bei den späteren TS-Modellen ein Produkt aus dem Hause Schäff gewesen sein.

Es ist davon auszugehen, dass es nur sehr wenige dieser Modelle gefertigt wurden.

 

 

1969 bis 1976/77

 

Da an Maschinen im täglichen, gewerblichen Einsatz, besondere Anforderungen gestellt werden und diese starken Belastungen unterliegen, wurde das Konzept der Tiefbauschlepper weiterentwickelt. Bereits ein Jahr nach Vorstellung des ersten Spezial-Tiefbauschlepper konnte das Modell "TS65" vorgestellt werden.

 

Auch wenn der TS65 seine grundlegende Basis weiterhin auf den Modell des Farmer 4S hatte, war dieser dennoch der erste wirkliche Tiefbauschlepper, welcher für die Anforderungen der Bauwirtschaft konzipiert war.

 

Ausgerüstet mit schwerem Industriefrontlader für Erd- und Ladearbeiten, Allradantrieb und fest angebauten Schäff-Bagger im Heck, war der TS65 bestens gerüstet für die anfallenden Aufgaben.

 

Der Anbaubagger im Heck konnte abgebaut werden, über Schnellverschlüsse war die Montage einer Dreipunkthydraulik möglich, somit bestand die Möglichkeit das Fahrzeug noch universeller zu verwenden.

 

Der TS 65 verfügte über einen wassergekühltenwurde MWM 225.4 Motor mit gut 65 PS und wurde in 333 Einheiten gefertigt.

 

1977 bis 1986

 

Nachfolger des TS 65 war der Fendt TS 80.

Für den TS80 wurde kein Standartschlepper als Plattform herangezogen, sondern dieser wurde als selbstfahrende Arbeitsmaschine von Grund auf eigens entwickelt. Im Ts80 wurde, wie in vielen Baumaschinen, ein luftgekühlter Deutz-Vierzylinder mit 70 PS verbaut.

 

Natürlich war auch dieser Tiefbauschlepper mit einem robusten Frontlader für Erd- und Ladearbeiten ausgerüstet und verfügte im Heck über einen Schäff-Bagger.

 

Bei Fendt wurde abermals eine spezielle Kabine entwickelt welche viel Platz bot um den Fahrersitz um 180 Grad drehen zu können und den Arbeitsalltag bequem meistern zu können.

 

Der TS80 wurde in 510 Einheiten gefertigt.

 

1982

 

Die letzte Evolutionsstufe der Baggerlader wurde mit dem TS 60 eingeläutet.

 

Während der TS 80 wie erwähnt, eine wirkliche "Spezialmaschine" darstellte bzw. als Tiefbauschlepper entwickelt wurde, verwendete man beim TS 60 wieder einen Standard-Ackerschlepper als Basis.

 

Der 62 PS starke Farmer 305 LS(A) stand Pate für den TS 60. 

 

Natürlich wurde der 305 besonders auf die Bedürfnisse angepasst um den speziellen Anforderungen gerecht zu werden. So musste die Kabine überarbeitet werden, um den Fahrerstand bzw. Sitz um 180 Grad gedreht verwenden zu können, ebenso musste die Hydraulikanlage modifiziert werden. Das Dreipunkthubwerk des Standardschleppers entfiel, der Anbaubagger im Heck des TS60 wurde direkt am Fahrzeug fest verbaut.

 

Nachdem der Farmer 305 LS als Allrad und Hinterradmaschine vertrieben wurde, war auch beim TS60 die Wahlmöglichkeit des Antriebes gegeben.

 

Die Stückzahl der der TS 60 blieb mit lediglich 16 Einheiten sehr überschaubar und stellte somit das Ende der Tiefbauschlepper dar.

Tiefbauschlepper Farmer 4 S

Tiefbauschlepper auf Farmer 4 S auf der Industriemesse Hannover Mai 1968 vorgestellt

Baggerlader TS 65

In der berühmten Sammlung von Josy Reiff (Luxemburg) befindet sich ein TS65 mit "extra breiter Kabine".

Die Maschine soll von Fendt auf Kundenwunsch gefertigt worden sein.

Baggerlader TS 80

Baggerlader TS 60

Ein herzlicher Dank für die Bilder geht an Michael Müller aus Dietenheim

 

Der gezeigte TS60 Allrad befindet sich heute in der Sammlung von Josy Reiff. 

Wie eingangs angeführt, wurden nach aktuellem Stand lediglich 16 TS60 gefertigt, die Mehrheit davon soll tatsächlich als Hinterradmaschinen entstanden sein.

Rangierschlepper Fendt RS80

 

Der Fendt RS80 war ein Schlepper für Sonderaufgaben im z.B. werksinternen Warenumschlag gedacht.

 

Wie unschwer zu erkennen, stellt der RS80 eine abgespeckte Basisversion des TS80 Tiefbauschleppers ohne Ladeaggregate dar.

 

Ob dieses Fahrzeug tatsächlich in mehreren Einheiten als Rangierschlepper verkauft wurde, oder ob es bei diesem Einzelstück blieb, ist unbekannt.