Dieselross - luftgekühlt

In den frühen 1950ger Jahren hielten luftgekühlte Dieselmotoren im Schlepperbau Einzug und wurden mit technischen Vorzügen gegenüber wassergekühlten Motoren stark beworben.

 

Auch Fendt hat offensichtlich frühzeitig Versuchsmuster mit luftgekühlten Motoren zum Test erstellt.

 

Im Juni 1951 bezog Fendt von MWM einen luftgekühlten AKD 515 E Dieselmotor welcher im Folgemonat bei Fendt einer Leistungsmessung unterzogen wurde und einen Wert von 12,25 PS lieferte. Das Aggregat wurde folgend in ein Dieselross F15G zur weiteren Erprobung eingebaut und der Schlepper folgend bis 24.09.1951 Werksintern gut 300 Betriebsstunden zur Erprobung eingesetzt.

 

Ab 25.09.1951 bis 07.05.1952 war die Maschine auf verschiedenen landwirtschaftlichen Betrieben für alle möglichen Acker- und Transportarbeiten etc. im Einsatz und leistete dabei ca. 700 Betriebsstunden.

Während der Erprobungsphase konnte dieser Motor weder leistungsmäßig noch qualitativ überzeugen und das Projekt "Luftkühlung" wurde vorerst verworfen.

 

Wie der Fendt-Werksfilm "Das beste Pferd in deinem Stall" offenbart, wurde zumindest ein Fahrzeug mit luftgekühltem Zweizylinder-Motor erstellt. Fachkundige identifizieren diesen Motor als Vorserienversion des Deutz F2L514. Leider liegen keine weiteren Informationen zum Fahrzeug vor.

 

Im Fendt-Werksfilm "Das beste Pferd in deinem Stall" ist diese Maschine kurz im Hintergrund zu sehen. (11:50min)

 

Ein herzlicher Dank an Gilbert Kremer und Fabian Tomforde für die Infos

 

Dieselross - Plantagentraktor

Das Aussehen dieser Schlepper lässt die eine Verwendung als "Plantagentraktoren" vermuten.

Für Plantagen und Obstbaumbestände wurden spezielle Verkleidungsbleche als "Astabweiser" angebracht um Beschädigungen an den Kulturen und am Fahrzeug zu vermeiden.

 

Porsche-Diesel hatte z.B. mit dem Typ P312 ein "Spezialfahrzeug" für Kaffeeplantagen gefertigt.

 

Im Januar 2023 wurde auf einem Schrottplatz in Frankreich eine dieser Versuchsmaschinen in desolaten Zustand aufgefunden und zum Verkauf angeboten. Die Maschine befindet sich in der Sammlung von Josy Reiff in Luxemburg und wird überarbeitet.

 

Es wird vermutet, dass zwei dieser Maschinen für die Erprobung gebaut wurden und im Versuch wie den Bildern zu entnehmen ebenso umgebaut und angepasst wurden. Der Verbleib der anderen Maschine ist unklar.

 

Die Besonderheit an diesen Schmalspur-Schlepper ist das "zentrale Drehgelenk" wie beim Geräteträger.

Der Schlepper verfügt über eine starre Vorderachse und dreht sich demnach in der Mitte - die Folge davon ist natürlich, dass auch der Lenkstock am Vorderwagen z.B. mit dreht bzw. "schwenkt".

 

Am Lenkstock selbst ist zudem die Bedieneinheit für die Heckhydraulik angebracht, der Kraftstofftank ist geteilt ebenso einen Platz für den Hydrauliköltank zu bieten.

 

 

Dieselross - Allrad

Auch Fendt experimentierte gegen Ende der 1940iger Jahre (frühe 1950ger) bereits mit Allradtraktoren.

Wenn gleich über die gebauten Stückzahlen keine handfesten Belege bislang erbracht wurden, ist mit Sicherheit davon auszugehen, dass nur einige wenige Exemplare gefertigt wurden.

 

Erstmalig wurde um 1950 ein Allradmodell mit gerade Front, optisch dem F22 gleich vorgestellt.

Diese Maschine wurde im damaligen Prospekt z.B. noch zusammen mit dem in Serie gebauten Verdampfer F18H beworben. Das Fahrzeug verfügt wie erwähnt über die gerade Kühlerfront sowie Fernthermometer.

 

Bei diesem Fahrzeug handelte es sich eher um eine Versuchsmaschine, es ist davon auszugehen, dass diese Maschine demontiert wurde. Die Bilder 1-3 zeigen Prospektausschnitte dieses Schleppers, in Bild 4 ist ein detailgetreuer Nachbau dieser Maschine (LU Reiff) zu sehen.

 

 

Ein weiteres allradgetriebenes Fahrzeug wurde mit dem Typ F35 realisiert welcher ausgerüstet mit einem Dreizylindermotor und "Renk-Getriebe" die Spitze der damaligen Produktion darstellte. Bei diesem Fahrzeug handelte es sich ebenso um ein Einzelstück welches nach Überlieferungen von ehemaligen Fendt-Mitarbeitern demontiert wurde. Im damaligen Werksfilm von Fendt, ist dieses Fahrzeug kurz zu sehen. Leider sind nur sehr wenige Bilder darüber bekannt.

 

Interessant zu wissen:

Zwischenzeitlich wurde ein altes Dia aufgefunden welches ein weiteres Modell eines Dieselross-Allradschleppers zeigt. Es handelt sich hierbei ebenso um eine Dreizylinder-Maschine mit Allrad, welches jedoch optisch dem F22 (bzw. den vorher gezeigten F25A) mit gerade Haubenfront gleich sieht und durch größeren Motor und Bereifung besticht. Über diese Maschine ist abgesehen vom Dia nichts weiter bekannt. Rein spekulativ kann vermutet werden, dass dieses Fahrzeug durch einen Umbau zum späteren und bereits erwähnten F35 mit neuer Motorhaubenform wurde.

 

Auffällig beim F22/F25 und F35 ist der auf der rechten Fahrzeugseite verlaufende Allradantrieb.

In Bild 6 ist ein Dieselross F40 Allrad zu sehen, ebenso mit Abtrieb rechts, es dürfte sich hier m.E. um den bereits erwähnten F35 handeln. Bereits zur damaligen Zeit wurden Bilder für Prospekte etc. "bearbeitet", die Vermutung liegt nahe dass das Dieselross F40 damals bereits am Markt war und das Bild entsprechend für Werbemaßnahmen angepasst wurde.

 

Die Bilder 8-12 zeigen das Dieselross F25 in Allradversion. Die Bilder 10-12 zeigen das Dieselross F25A mit fester Anbauwinde und Führerhaus, welches im Fendt-Forum in Marktoberdorf zeitweise ausgestellt ist. Eine genaue Stückzahl dieser F25A ist nichts gesichertes bekannt, es wird angenommen, dass zwei Maschinen im Werk gefertigt wurden.

 

Bild 11 zeigt das Dieselross F40 Allrad welches im Schleppermuseum Paderborn ausgestellt ist. Über die Hintergründe dieses Fahrzeuges ist wenig bekannt, es ist nicht gesichert, ob dieses Fahrzeug als Allradmaschine im Werk gefertigt wurde.

 

In der Fachzeitschrift "Schlepper-Post" wurde ein weiteres Dieselross F40 Allrad vorgestellt.

Höchstwahrscheinlich wurde dieses Fahrzeug nachträglich auf Allradantrieb umgerüstet, gänzlich sind diese Umstände jedoch nicht bekannt. Das Fahrzeug hatte nach einem Motorschaden einen luftgekühlten Deutz - Motor erhalten und wurde von den neuen Eigentümern restauriert wie in der Ausgabe 5-2013 zu lesen.

 

Im Internet finden sich zudem weitere Bilder von Dieselross Allradschleppern.

Bild 14/15 z.B. ein Dieselross F20 mit Allrad, hierbei handelt es sich um einen Umbau. Das Fahrzeug wurde durch einen Nachrüstsatz auf Allrad umgerüstet, die Komponenten dürften vermutlich vom Hersteller "Selene" stammen. Dieser Hersteller bot für diverse Fabrikate Umrüstsätze auf Allradantrieb an, vorallem jedoch für MF und Ford Schlepper. Mit entsprechend Aufwand konnten diese jedoch auch in andere Fabrikate verbaut werden.

 

Bild 16/17 zeigt einen F28 sowie F40 in Allradversion, diese Maschinen wurden ebenso auf Allradantrieb nachträglich umgerüstet, hierbei dürften Komponenten von MAN-Ackerdieseltraktoren / ZF verbaut worden sein.

 

Über die Hintergründe, warum viele Versuchsfahrzeuge nach Erprobung und Testbetrieb zerlegt wurden, können nur Spekulationen angestellt werden. Als Versuchsfahrzeuge verfügten diese Maschinen über "spezielle" Technik welche nur bei diesen Einzelstücken verbaut wurde. Auch wenn es in den frühen 50ger Jahren sicherlich mit gesetzlichen Bestimmungen über Gewährleistung und Garantie einfacher zuging als heute, war dennoch der Hintergrund der Ersatzteilversorgung und Serviceleistung in Ansätzen zu bedenken. Durch die Demontage der Maschinen wurde somit ein unnötiger Aufwand vermieden. Zuletzt hatten diese Maschinen auch bereits einige Betriebsstunden und Strapazen im Versuch hinter sich.

 

Wer weitere Informationen, Bilder etc. über die Dieselross - Allradmaschinen hat, bitte melden.

Dieselross - Raupenschlepper

Mehr Leistung, bessere Umsetzung der Zugkraft - seit jeher Bestrebungen im Traktorenbau.

 

Die beste Möglichkeit Zugkraft wirkungsvoll umzusetzen waren seither Raupenantriebe, während es von ein paar Herstellern "Aufsteckraupen" zur nachträglichen Montage an Radtraktoren gab, hatten andere Hersteller reine Raupentraktoren im Programm (Lanz, Hanomag).

 

Auch Fendt hatte die Überlegung einen Raupentraktor auf den Markt zu bringen, dazu wurde in den frühen 1950ger Jahren ein Versuchsfahrzeug erstellt. Ein Fahrzeug für landwirtschaftliche Großbetriebe zur Bewältigung schwerster Ackerarbeiten, bei welchen hohe Zugkräfte erforderlich sind.

 

Die Basis für das Versuchsfahrzeug bildete ein Dieselross F40, somit wurde der Schlepper auch von einem MWM KDW415D, welcher 40 PS leistete, angetrieben. Deutlich erkennbar am Fahrzeug die Aufnahme für eine gewöhnliche Pendel-Vorderachse.

 

Leider liegen keine weiteren Informationen über dieses Fahrzeug vor, es ist jedoch mit höchster Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass dieser Schlepper nach Erprobung demontiert wurde und somit die Zeit nicht überdauert hat. Eine Produktion der Raupenschlepper wurde nicht verwiklicht.

 

Ein herzlicher Dank an Gilbert Kremer für das Bildmaterial

 

Geräteträger - Kartoffelroder

Ziel des berühmten "Fendt-Einmannsystems" rund um die Geräteträger war es, mit einem Fahrzeug alle anfallenden Arbeiten erledigen zu können.

 

Im ideal sollten Gerätekombinationen zur Rationalisierung beitragen.

 

Für den Geräteträger wurde neben dem Rübenvollernter (welcher in geringer Zahl verkauft wurde) ebenso ein Kartoffelroder gefertigt, welcher jedoch scheinbar nicht zur Serie gelangte.

 

Über die Hintergründe hierzu ist nichts weiter bekannt und kann daher bisher nur spekuliert werden.

 

 

Die gezeigte Maschine mit einem vermutlichen Nachbau des Roders befindet sich in der Sammlung von Josy Reiff.

Die Anfänge der stufenlosen Traktoren - 1959

Auszug:

Fendt-Nachrichten Ausgabe 3/1959

 

Unter kuriosen Umständen präsentierte Fendt bereits 1959 einen Schlepper mit stufenlosem Getriebe. Bei dieser Maschine handelte es sich um ein Versuchsfahrzeug, die Entwicklung zur Serienreife "wird noch ein paar Jahre andauern". Weitere Informationen im Bericht.

 

Als Basisfahrzeug für den Versuchsschlepper diente ein Fendt Farmer 1 mit 28 P welcher mit einem Kettenwandlergetriebe der Firma Reimers ausgestattet wurde, Versuche wurden 1959/1960 durchgeführt.

 

Bei der erwähnten Konkurenz handelte es sich um Porsche-Diesel. Mit dem Typ "Super-X" wurde ein Schlepper mit 3 Zylinder Motor und 40 PS vorgestellt welcher über ein Hydrostatgetriebe verfügte. Bei Porsche blieb es jedoch bei einer Versuchsmaschine, die Leistungsverluste im Hydrostatgetriebe waren zu groß und konnten nicht gelöst werden. Der Super-X ist erhalten geblieben und im DLM - Hohenheim ausgestellt.

 

Der große Durchbruch mit stufenlosen Getriebe wollte auch bei Fendt noch einige Tage auf sich warten lassen, man blieb jedoch "am Ball".

 

Der nächste Anlauf der stufenlosen Schlepper wurde gegen Mitte / Ende der 1960ger Jahre unternommen, hier wurde ein Favorit 1 mit einem stufenlosen bzw. hydrostatischen Getriebe von Allgaier ausgerüstet, später auch ein Favorit 3 (FW150) sowie ein Farmer 2 (FW139), Versuche liefen bis 1964.

 

Eicher konnte mit dem Mammut-HR bereits 1966 einen stufenlosen Traktor am Markt anbieten, dieser zählt somit als erste stufenlose Serienmaschine. Aufgrund des weiterhin schlechteren Wirkungsgrad des Getriebes und des sehr hohen Kaufpreises, blieb auch dieser Generation der Durchbruch verwährt. Das Getriebe für den Eicher-HR wurde vom Hersteller Dowty (USA) zugekauft.

 

Fendt stellte 1970 mit dem "Farmer 3 S Hydrostat" einen weitere Versuchsschlepper mit stufenlosen Getriebe in silber (Edelstahl) vor, auch hier blieb es bei einem Prototypen.

 

Obstbauschlepper Farmer 2 und Farmer 3

 

Spezielle Aufgaben erfordern spezielle Schlepper.

 

 

 

Bereits Mitte der 50ger Jahre reagierte Fendt mit dem Dieselross FLS237 auf die besonderen Bedürfnisse von Weinbaubetrieben und fertigte erste Schmalspurschlepper um die anfallenden Arbeiten im Weinbau zu mechanisieren.

 

 

 

Die Baureihe der Geräteträger war durch ihre Besonderheiten für spezielle Aufgaben geradezu prädestiniert, insbesondere durch spezielle Anbaugeräte konnten zahlreiche Aufgaben im Bereich des Gartenbaus aber auch der Kommunalarbeiten und Bauwirtschaft mechanisiert und rationalisiert werden, weitere Informationen hierzu erfahren Sie in der Kategorie „Geräteträger-Spezial“.

 

 

 

Neben zunehmend steigender Motorleistung und besserer Getriebeabstufung war ebenso die Erweiterung der Anbauräume sowie Kombination von Arbeitsgängen ein großes Thema.

 

 

 

Zu Beginn der 1960ger Jahre wurden somit erste Maschinen mit Fronthydraulik und Frontzapfwelle ausgerüstet um z.B. einen Frontstaplermast aufnehmen zu können oder aber im Bereich des Obstbaus mit speziellen Mulchgeräten zur Kulturpflege dienen zu können.

 

 

 

Insgesamt acht Maschinen mit weiteren technischen Besonderheiten (abgesehen der FH+FZW) sollten den Sondermaschinenbau von Fendt zwischen 1961 bis 1964 verlassen haben, einige davon in die Obstbauregion Bodensee.

 

 

 

Neben ihrer optischen Erscheinung verraten insbesondere die Fahrgestellnummern „S5“, dass es sich um besondere Maschinen handelt. Versuchsmuster und Kleinserien wurden zeitweise bei Fendt mit „S“ (Sonderbau) innerhalb der Fahrgestellnummer gekennzeichnet, die folgende 5 typisiert auf eine Maschine mit Muschelkotflügel-Ausrüstung.

 

 

 

 

 

Farmer 2

 

 

 

Ein "Versuchsmuster" aus dem Jahr 1963 war dieser Fendt Farmer 2 mit MWM KD 110.5 V Motor welcher aus 4 Zylindern 48 PS an ein ZF-A 210 Schnellganggetriebe lieferte und speziell auf einen Kundenauftrag gefertigt zur Pflege von Obstbaumkulturen geliefert wurde. Die Bereifung der Maschine war in der Größe 6.00 - 16 ASF   hinten   10 - 24  AS ausgeführt, der Motorblock trägt auffällig den Schriftzug „Probe“.

 

 

 

Die Maschine trägt die Fahrgestellnummer FW139/S5/011 und ist heute Bestandteil der Sammlung von J.Reiff in Luxemburg und wurde restauriert.

 

 

Farmer 3

 

 

 

Auf die Bezeichnung „Farmer 3“ hört ein weiterer Vertreter dieser besonderen Modellreihe.

 

 

 

Ausgerüstet mit einem Vierzylinder MWM Motor verfügt die Maschine über 50 PS, welche ohne Turbokupplung an ein ZF-Getriebe mit verstärkten und wohl speziell für diese Maschine gefertigten Portalachsen geleitet werden. Entgegen der Serienmaschine Farmer 2 verfügt dieser Farmer 3 zudem über eine Handbremse als Trommel ausgeführt, nicht als Bremsband.

 

 

 

Die Maschine wurde aus erster Hand im funktionsfähigen Originalzustand übernommen und trägt die Fahrgestellnummer „S5016“. Auch diese Maschine diente in der Bodenseeregion zur Pflege von Obstbaumplantagen.

 

 

 

 

 

Weitere:

 

Die vorgenannten Maschinen sind nach aktuellem Stand die beiden einzigen Vierzylindermaschinen der erwähnten 8 Maschinen.

 

 

 

Die weiteren sechs Maschinen, bezeichnet als Farmer 2 sollen mit dem bekannten 3-Zylinder-Motor ausgerüstet sein.

 

 

 

Die im letzten Bild gezeigte Maschine ist ebenso ein Farmer 2 aus der Bodenseeregion, hierbei handelt es sich jedoch gemäß der Fahrgestellnummer um eine Serienmaschine (kein S-Sonderbau) welche ab Werk mit Muschelkotflügeln geliefert wurde. Auch diese Maschine befindet sich heute in Sammlerhand.

 

 

 

 

 

Ein herzlicher Dank an dieser Stelle an Stephan Rimmel für die zahlreichen Bilder und Informationen.

 

 

 

Farmer 2

Farmer 3

Farmer 2 (kein Sonderbau)

Ferngesteuerte Fendt 1961 + 1978

1961 wurde auf Basis eines Favorit 1 ein Schlepper mittels UKW-Fernsteuerung ausgerüstet, durch eine Fernbedienung konnte die Maschine gefahren und bedient werden, besonders zur Entwicklung "automatischer Abläufe" sollte dies nützlich sein.

 

Der Schlepper hatte vorne beidseitig "Fühler" montiert, sollte die Fernsteuerung gestört werden oder versagen, würde das Fahrzeug umgehend stoppen sobald einer der Fühler irgendwo anstößt.

 

Im Jahre 1978 wird am Bauerntag in Marktobderdorf zum Fest "50 Jahre Dieselross" nochmals ein ferngesteuerter Fendt vorgeführt - mit eckiger Motorhaube.

 

Fendt - Unimat

Der Fendt Unimat dürfte der erste Anlauf von Fendt gewesen sein einen "Selbstfahrladewagen" zu entwickeln.

 

Das Fahrzeug wurde per Achsschenkellenkung an der Vorderachse gesteuert, optional lt. Prospekt wäre ein Frontbalkenmäher, Allradantrieb oder ein Streuwerk zur Verwendung als Miststreuer erhältlich gewesen. Für den "Triebkopf" wurden Bauteile des F231GT soweit möglich verwendet.

 

Vermutlich wurde nur ein Versuchsmuster dieses Fahrzeuges gebaut, der Verbleib ist unbekannt.

 

Die Bilder entstammen den Archiv der TU-München (siehe Verweise), leider liegt mir kein Bild des ganzen Fahrzeugs vor.

 

Nachdem die Firma Dechentreiter übernommen wurde, konnten auch das Sortiement von Lely-Dechentreiter mit übernommen werden. Lely hatte mit dem LT7 einen Selbstfahrer im Programm der durch umfangreiches Zubehör "vielseitig" eingesetzt werden konnte, hauptsächlich jedoch war dies ein selbstfahrender Ladewagen.

 

Von Fendt wurde der LT7 aufgegriffen und zum Agrobil S weiterentwickelt. Mehr zum Agrobil S unter Erntetechnik

Fendt Favorit 4

Viele Spekulationen und Gerüchte gibt es heute über die ersten Fendt Favorit 4 Großtraktoren. Nach Daten u. Bildern der damaligen Prospekte, Nachrichten, Programme u. Datenblättern ist folgendes bekannt:

 

1964 auf der DLG Messe in Hannover wurde der Fendt Favorit 4 mit 80 PS erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Laut Datenblatt verfügte der Schlepper über einen MWM D208.6 Vorkammer-Motor welcher bei 2500 U/Min 80 PS über eine Tornado-Duplexkupplung an ein ZF Getriebe mit 8V+4R Gänge ablieferte, diese Maschine hatte somit KEINE Turbokupplung.

 

Das Blechkleid bestand aus einer einteiligen runden Motorhaube sowie runden Hinterradkotflügeln, der Tank fasste 100 Liter Diesel, die Hydraulik stemmte 1800 KG bei einem Eigengewicht von 3200kg. Die Zeichnung des Schleppers am Prospektblatt entspricht ziemlich der gezeigten Maschine auf den Werksbildern.

 

Das der Favorit 4 noch voll in der Entwicklung stand, zeigen wohl die Prospekte der Jahre 1966+67

Im April 1966 wurde ein Datenblatt über den Favorit 4 aufgelegt, welches die Maschine diesmal mit dreiteiliger runder Motorhaube und eckigen hinteren Kotflügeln zeigt. 

 

Als Antrieb diente immer noch ein 4,5 Liter MWM Motor, nun bereits mit Direkteinspritzung. Die Leistung von 80 PS bei 2300 U/Min wurde jetzt über eine Turbokupplung an ein ZF Getriebe mit 16V+8R Gänge geliefert. Der Tankinhalt wuchs auf 130 Liter und die Hydraulik stemmte 2600kg, die Maschine soll lt. Datenblatt ein Eigengewicht von ca. 4000kg gehabt haben.

 

Im Fendt-Gesamtprogramm mit Druckdatum Dezember 1966 wurde bereits die neue eckige Motorhaube gezeigt, im Prospekt wurde die Leistungsangabe nachträglich von 80 auf 90 PS angehoben (siehe Bild), man könnte vermuten das hier bereits abzusehen war, das der MWM 225 Motor mit 90 PS zum Einsatz kommen würde.

 

Etwas erstaunlich das wiederum das folgende Datenblatt vom Januar 1967 (Bild9) eine Maschine mit eckiger Bauform zeigt, jedoch wieder nur ein 4,5 Liter Motor mit 80 PS erwähnt wird. Die weiteren Daten entsprechen der 1966er Maschine, lediglich die Hydraulikhubkraft wird auf 3000 KG angehoben, das Leergewicht der Maschine steht bei 3400 KG.

 

Soweit zu den Daten der Unterlagen.

 

Über die Stückzahlen der Prototypen gibt es in Zeitungen, Büchern und im Internet diverse Angaben.

 

Zwischen 1964 und 1967 dürften am wahrscheinlichsten insgesamt 26 Maschinen entstanden sein, hiervon 4 Prototypen bzw. Versuchsmaschinen mit runder Haube, 2 Versuchsmuster in eckiger Form mit D225 Motor sowie folgend 20 Vorserienmaschinen für die weitere größere Erprobungen und Vorführungen, welche auf ausgewählten Betrieben zum Einsatz gebracht wurden.

 

Nr. 0001 (Messefahrzeug 1964) runde einteilige Motorhaube, MWM D208-6 Vorkammer-Motor,

ZF GL 5 Allrad-Vorderachse.

 

Nr. 0002-0004 mit runder mehrteiliger Motorhaube, MWM D208-6 Motor mit 4,5 Liter Hubraum Direkteinspritzung,

ZF T 330-II Getriebe  mit eckigen Kotflügeln und ZF 3050 Vorderachse, als Allrad und Hinterrad gebaut.

 

Nr. 0005-0006 in eckiger Bauform mit MWM D225.6 Motor und 90 PS

 

Weitere 20 Maschinen Nr. 180...00050 bis 00069 wurden um Oktober 1966 gefertigt in eckiger Bauform, unklar ob alle mit den selbigen Komponenten (Motor) bestückt waren. (D208 / D225).

 

Serie Favorit 4 S mit MWM 225 Motor und 90 PS ab Nr. 180 x 00070

x ersetzt durch 3 für Hinterrad 7 für Allrad

 

Als gesichert gilt der Grund, warum die neue "eckige" Motorhaube eingeführt wurde:

 

Die Favorit 4 Schlepper mit runder Motorhaube litten unter thermischen Problemen welche in den Versuchen nicht zu beseitigen waren. Das Blechkleid erlaubte keine bessere Belüftung auch keinen größeren Kühler. Um diese Probleme abstellen zu können, musste die Motorhaube entsprechend neu Designt werden, das Ergebnis war die neue eckige Bauform.

 

Im Gesamtprogramm vom Dez. 1966 wird explizit erwähnt das die neue Bauform aufgrund technischer und praktischer „Überlegungen“ eingeführt wurde und durch den vergrößerten Kühlergrill eine hervorragende Luftzuführung erreicht wurde. Nachdem der MWM 225 Motor verwendet wurde und die Leistung somit auf 90 PS angehoben werden konnte, wurde die Typenbezeichnung der Maschinen von Favorit 4 auf Favorit 4 S abgeändert. 

 

Bei der im Bild gezeigten Maschine mit runder Bauform, handelt es sich um einen Nachbau eines Favorit 4 Schleppers welcher auf Basis eines Favorit 3 entstanden ist, ausgerüstet mit einem MWM 226 Motor.

 

Erwähnenswert am Rande – die ersten Serienmaschinen des Favorit 4 S verfügten über einen zusätzlichen Lufteinlass unterhalb des Kühlergrills, bei den späteren Favorit 4 S wurde der Vorderachsbock geändert, das Grundgewicht wurde wesentlich schwerer ausgeführt und der zusätzliche Lufteinlass verschwand wieder.

 

Bild 1 + 2 Werksbilder Favorit 4

Bild 3 Messe Hannover 1964

Bild 4 Auszug aus dem Gesamtprogramm 196x (ohne Drucknr.)

Bild 5 Auszug aus dem Gesamtprogramm Dez. 1966 mit "neuer Form" u. 90 PS

Bild 6 Auszug Fendt - Nachrichten 1966 "neue Bauform" 80 PS mit Turbokupplung

Bild 7 Auszug Fendt - Nachrichten 1/67 "Favorit 4 S" und 90 PS

Bild 8+9 Werksbild u. Beschriftung

Bild 10  Nachbau des Fendt Favorit 4 Prototyp aus Holland

 

Wer weitere Daten, Bilder und Informationen sowie Korrekturen zu o.g. Angaben hat, bitte melden

Nr. 0002V Allrad (ehemals rund, auf eckig umgerüstet) Maschine wird aktuell restauriert

Nr. 0005V Allrad (ab Werk eckig, Originalzustand)

Nr. 0006V Allrad (siehe folgende Bilder, ab Werk eckig, 225 Motor) steht aktuell zum Verkauf

 

Bitte keine Anfragen über Standorte und Eigentümer etc., diese werden nicht weitergegeben.

 

Fendt Schmalspurtraktoren - Farmer 2W

Nach dem Dieselross 237 FLS, welches die erste Serie von Fendt-Schmalspurschleppern darstellte, wurde es ruhig um die Schlepper auf schmaler Spur.

 

1969

Ein Prospekt zu einem neuen Schmalspurschlepper mit 30 PS und bereits eckiger Bauform wurde ausgegeben, eine genaue Typenbezeichnung gab es nicht - auch sonst ist über den Schlepper wenig bekannt. Bei der Präsentation des Favorit 12 S sowie TS65 war auch dieser Schlepper zu sehen.

 

1971 wird der Farmer 2 W vorgestellt, eckige Motorhaube, 45 PS aus 3 Zylindern.

 

Auch hier blieb es bei einem Einzelstück - bis zur Einführung der 200er Serie sollte es noch bis 1974 dauern.

Fendt Xylon 320

Auf Basis des 395 GTA wurden die ersten Versuchsmuster des Fendt Xylon erstellt, diese trugen die Bezeichnung Xylon 320.

 

Die Technik entsprach in den Grundzügen der des GT 395, somit war ein 6 Zylinder Motor von Deutz verbaut sowie das 21-6 Schaltgetriebe.

Fendt Favorit 800

Leider habe ich zu diesem Fahrzeugen kaum Informationen, wie ersichtlich ist hat der Schlepper die Front u. Motorhaube des Fendt Favorit 800 LSE - die Kabine stammt von der alten 600er Baureihe.

 

Das letzte Bild zeigt einen Versuchsschlepper / Vorserienmaschine des Favorit 800, hier noch mit LSE Aufschrift. Leider lässt sich am Bild nicht erkennen ob die Maschine bereits mit 824 LSE beschriftet ist oder mit Favorit 823 LSE mit 230 PS.

 

Als Gegenstück zu oben gezeigten Maschinen, ein Fahrzeug mit alter Fahrzeugfront der Favorit 600 und "angepasster Motorhaube", deutlich zu sehen auch die Rahmenbauweise wie im alten Favorit 600. 

 

Die Kabine entspricht inkl. Inneneinrichtung komplett der Favorit 800 Baureihe, das Getriebe ist ein Vierfach-Lastschaltgetriebe ebenso wie im Favorit 800.

 

Die Maschine ist bei einem Lohnunternehmer in Schweden im Einsatz, leider liegen keine weiteren Infos und Daten über den Schlepper vor.

 

Ein herzlicher Dank an Felix Duske für die Bilder

 

Fendt 726 / 828 EVO

Mit dem 726 Evo wurde als Projektstudie ein Schlepper vorgestellt mit 180 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 65Kmh.

 

Ein paar Jahre später wurde der erste Konzeptentwurf nochmals überarbeitet und ein Prototyp mit der Bezeichnung EVO 828 ausgestellt - letzterer stand viele Jahre am Fendt Werksgelände im Bereich des Versuchsfeldes. Beim Besuch des Fendt-Werks konnte man die Maschine vom Reisebus aus sehen, leider ist heute die Mauer dort so hoch, das kein Einblick mehr möglich ist.

Fendt Favorit 926 Vario

Die Entwicklung von stufenlosen Fahrantrieben für Landmaschinen begann bereits in der Zeit um 1960, auch Fendt forschte an diesem, bis zur Serienreife sollte noch eine lange Zeit vergehen, in vielen Bereichen war die Technik einfach noch nicht weit genug entwickelt.

Bevor die Baureihe 926 Vario 1996 in die Serienfertigung ging, gab es natürlich Prototypen und Versuchsmuster zu Testzwecken. Leider gibt es nur sehr wenige Bilder von Versuchsmaschinen, anbei zu sehen Versuchsschlepper welche eine Mischung aus Favorit 600 + 800 sind, ausgerüstet mit dem stufenlosen Triebsatz.

 

Bevor 1996 der 926 Vario mit dem bekannten Joystick 1 vorgestellt wurde und so auch vermarktet wurde, waren einige wenige Schlepper auf Basis des Favorit 800 (Aupuff auf der Haube) mit einem Vorläufer des Joysticks ausgerüstet (siehe Bild), dieser konnte sich nicht durchsetzen.

 

Die Geschichte über die lange Entwicklung des Vario-Getriebes ist hier nachzulesen:

http://www.fendt.de/vario_kindheit.htm

http://www.fendt.de/vario_getriebe.htm

(Danke an Heinrich Fendt von Fendt.de) 

Die Entwicklung der Baureihe Favorit 800 / 900 war auch in Hinblick auf die verwendeten MAN-Motoren eine Besonderheit. Nachdem die Favorit 800 in Blockbauweise gefertigt wurden und sowohl im Heck- als auch Fronthubwerk enorme Hubkräfte zu leisten vermochten, mussten bei MAN entsprechend tragfähige Motorblöcke entwickelt werden.

Geräteträger GT 150

Der GT 150 war ein Prototyp gebaut von der Fa. Tünnißen für Fendt.

 

Das Fahrzeug verfügte über Achsschenkellenkung sowie Knicklenkung zusätzlich, der Antrieb erfolgte per Hydrostat, der verbaute Motor war ein Perkins 4-Zylinder welcher 50 PS aus 2216ccm leistete.

 

Grundlegend sollte der GT 150 als universelle Maschine insbesondere im Kommunalbereich, im Gartenbau oder bei Sonderkulturbetrieben punkten. Der hydrostatische Fahrantrieb über Radmotoren erlaubte beste Geschwindigkeitsanpassung von 0-20 bzw. 0-40 km/h je nach gewählter Fahrstufe.

 

Der GT 150 wurde 2000 auf dem ZLF München vorgestellt, es blieb jedoch für Fendt bei diesem einen Fahrzeug.

 

Nachdem sich Agco/Fendt gegen eine Markteinführung des GT150 entschieden hatte, wurde das Fahrzeug von der Herstellerfirma selbst vermarktet.

Fendt Trisix

Der Trisix - eine Konzeptstudie mit drei Achsen, 12,4 Liter Hubraum und 500 PS, vorgestellt auf der Agritechnica 2007.

 

Wie der Titel "Konzeptstudie" bereits vermuten lässt, blieb es bei diesem Fahrzeug bei einem Einzelstück, eine Serienfertigung wurde weder angestrebt noch aufgenommen.

 

Hintergrund dieser Konzeptstudie dürfte sicherlich auch die Erprobung von stufenlosen Getrieben mit hoher Leistungsaufnahme gewesen sein. Dies im Hinblick auf künftige Erweiterungen der Baureihen wie zwischenzeitlich mit dem Ausbau der Serie 900 und Einführung der Vario 1000 Serie vollzogen.

Fendt X - Concept / elektrische Antriebe

2011 Vorstellung des Versuchsmusters X-Concept, ein Schlepper auf Basis der Vario 700 Baureihe mit 4 Zylinder Dieselmotor und integrierten Hochleistungsgenerator zur Stromversorgung von internen und externen elektrischen Verbrauchern.

 

2015 Vorstellung des Fendt "Former 12555 X", ein Kreiselschwader mit elektronischen Antrieb.

 

2017 Vorstellung des E-Vario100